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Choralschola Freiburg
eigene Webseite: www.gregor-und-taube.de

In der kleinen Festschrift zum zehnjährigen Jubiläum der Choralschola Freiburg erinnert Frank Leenen, damals Bezirkskantor in Hinterzarten, jetzt Domkapellmeister in Rottenburg, an ,,die gemeinsam angegangene Absicht: Eine ,Regional'-Schola zu haben, die anderen Gemeinden, in denen die Pflege des Chorals mit eigenen Kräften nicht möglich ist, das Bewußtsein und die Erinnerung an die älteste der heute praktizierten Musik wachhält." Daß dies bisher gelungen ist, beweist Scholaleiter Anton Stingl jun. mit der Tatsache, daß ,,sich in den vergangenen zehn Jahren doch immerhin 48 Pfarrgemeinden haben finden lassen, in denen die Choralschola Freiburg 88 Gottesdienste mit dem Gregorianischen Choral, ,dem der römischen Liturgie eigenen Gesang' (Liturgiekonstitution, 1963), gestalten durfte."

In den wiederabgedruckten "Gedanken zur Gregorianik" weist Godehard Joppich darauf hin, daß es allein mit dem Singen dieses eminent kirchlichen und liturgischen Gesanges nicht schon getan ist. In einer Zeit, in der diese Gesänge nicht mehr eingebettet sind in ein selbstverständliches Umfeld lateinischer Sprache in der Liturgie, müssen auf Seiten der Sänger wie auch der Hörer ernste Anstrengungen gemacht werden, dem Wesen und Anspruch der Gesänge gerecht zu werden. Ein Beispiel dafür ist das abgedruckte Gemeindeblatt, wie es zu jedem Gottesdienst erstellt wird. Die Gesänge zum Eingang, zur Gabenbereitung und zur Kommunion samt Halleluja-Vers sind mit ihren lateinischen Texten und einer Interlinearübersetzung abgedruckt. Den Antiphonen sind in der Regel ein bis drei Soloverse zugefügt. Das Ganze wird ergänzt durch die Angabe der abwechselnd gesungenen Choralmesse aus dem Gotteslob und das gemeinsam gesungene deutsche Danklied. Neben Gemeindegottesdiensten pflegt die Choralschola den Gregorianischen Choral auch in Konzerten. "Schola und Orgel im Wechselspiel" titelte die Badische Zeitung am 6.7.1989 über eine "eindrucksvolle Aufführung der Couperin-Messe für die Pfarreien in Endingen." Mit den Konzerten "IUBILATE DEO" (1994) und ,,CANTABO DOMINO" (1996) in St. Ulrich wurde diese Tradition wiederaufgenommen, die im Jubiläumsjahr mit "DIE ACHT TÖNE DES GREGORIANISCHEN CHORALS" am 28.6.1998 um 20 Uhr in St. Ulrich fortgesetzt wird. An dieser Stelle sieht man zwei Seiten aus dem Ringbuch der Schola mit dem Introitus vom 12. Sonntag im Jahreskreis, wo über der gegenüber der Vaticana korrigierten Notenzeile in erweiterter Neografie die St. Galler Neumen und unter der lateinischen Textzeile mit Hinweisen zur romanischen Aussprache und zur Liqueszens bei "t" eine Interlinearübersetzung eingetragen sind. Dem ersten Vers aus der Vaticana folgt noch ein zweiter aus dem Codex SG 381.

Die sechs Damen und vier Herren, von denen über die Hälfte von Anfang an dabei ist, blicken "nicht nur auf ... mehr als 400 Scholaproben zurück, sondern erinnern sich auch gern der alljährlichen, erlebnisreichen Ausflüge. Nicht nur schöne Landschaften, berühmte Kirchen, Klöster und Bauten sollten die Ziele sein, sondern auch - wie könnte es anders sein - dem Choralgesang der Benediktiner und Benediktinerinnen nachzuspüren." Möge der Wunsch des Scholaleiters in Erfüllung gehen, den er am Ende seines Beitrags äußert: "Schließlich sind die Scholasängerinnen und -sänger, die in den vergangenen zehn Jahren den Mut aufbrachten, sich immer wieder neuen liturgischen und kirchenmusikalischen Situationen zu stellen und sich darin zu bewähren, ein Garant dafür, daß der Gregorianische Choral in Freiburg weiterlebt." Anton Stingl jun.

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