Wie schon länger angekündigt, findet unser diesjähriges Sektionstreffen von Fr, 25., bis So, 27. September 2026 im Prämonstratenserstift Schlägl in Oberösterreich statt.
Wie immer werden die Informationen zum genauen Ablauf, zu den Kosten und zu den Anmeldemodalitäten rechtzeitig zuvor bekanntgegeben. Einen ersten Vorgeschmack können wir aber schon jetzt geben, denn mittlerweile stehen Hauptreferentin und Thema des Hauptvortrags fest:
Die Musikwissenschaftlerin Dr. Miriam Wendling wird uns in die Handschriftengruppe Msc. Lit. 5, 6, 7 und 8 der Staatsbibliothek Bamberg einführen.
Die frühen Neumennotationen der Bamberger Kathedrale laden uns ein, viele verschiedene Fäden zu vereinen. Die frühesten Handschriften, die im Dom gebraucht wurden, stammen nicht aus Bamberg selbst: heute wissen wir, dass Regensburg, Seeon und die Reichenau die Entstehungsorte der Handschriften Bamberg, Staatsbibliothek, Msc. Lit. 5, 6, 7 und 8 gewesen sind. Weiterhin sind die Bücher in zwei Gruppen zu teilen: diejenigen, die vorerst in anderen Kirchen genutzt worden sind, und diejenigen, die für Bamberg angefertigt wurden. Ergänzungen sind in die Handschriften hinzugefügt worden und schließlich haben die Kanoniker an der Bamberger Kathedrale begonnen, selbst liturgische Handschriften zu produzieren – allerdings wurde erst am Ende des 12. Jahrhunderts ein Kantor ernannt. Dies lässt viele Fragen aufkommen, u. a.: Wie genau wurden das Singen im Gottesdienst und das Kopieren von Handschriften zwischen 1007 und 1196 organisiert? In ihrem Vortrag wird Miriam Wendling die Notationen der frühesten Handschriften im Kontext der Frühgeschichte der Bamberger Domkirche behandeln sowie das in Bamberg später produzierte Graduale Msc. Lit. 4.

Die Referentin: Dr. Miriam Wendling
Miriam Wendling studierte Musikwissenschaft (Northwestern University, Illinois, VS) und Mediävistik (University of Toronto, Kanada). Ihre Promotion erhielt sie in Musikwissenschaft an der University of Cambridge. Sie war Postdoc-Stipendiatin in Hamburg und Leuven. Von September 2022 bis Mai 2023 war sie Fellow an der Newberry Library in Chicago. Wendling ist aktuell als freie Wissenschaftliche Mitarbeiterin mit der Alamire Foundation an der Katholischen Universität Leuven verbunden. – Sie wohnt mit ihrer Familie in Cambridge.
Ihre Forschungsinteressen liegen in Gregorianik, liturgischer Geschichte und Übersetzungspraktiken im Spätmittelalter. Ihre neuesten Veröffentlichungen sind Aufsätze in Mortality und Journal of the Alamire Foundation, sowie die Mitherausgeberschaft von Grief, Identity and the Arts (Brill, 2023).
